Mein Leben nach Facebook

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Seit dem 30.11.2012 kein Facebook mehr

Hallo und herzlich willkommen!

Seit heute Mittag den 30.11.2012, bin ich kein Facebook-User mehr!

Nach knapp drei Jahren im Dschungel des Social Network, habe ich heute beschlossen auszusteigen.

Warum?

Primär habe ich mich vor geraumer Zeit angefangen zu fragen, inwiefern Facebook nützlich ist.

Ist es wie das Telefon, das Handy, oder das Internet eine Innovation in Sachen moderne Kommunikation? Und wenn ja, gehört es, so wie die genannten Kommunikationsmedien, einfach zum Lauf der Zeit dazu?

Also habe ich mir meine Gedanken gemacht und bin zu dem Ergebnis gekommen, dass ich die oben aufgeworfene Frage klar mit "Nein" beantworten kann.

Nein, ich glaube nicht, dass Facebook ein neuer Weg in Sachen moderner Kommunikation ist. Und ich finde weiter, dass es zudem nicht einmal die Nützlichkeit aufweist, die es vermeintlich verspricht.

Meiner Meinung nach, ist Facebook, wenn man es als Kommunikationsweg betrachtet, eine nette Spielerei. Es kann jedoch in keinster Weise mit einem Handy mit SMS-Allnet-Flatrate, oder eine Smartphone mit Internet-Flatrate und WhatsApp mithalten.

Ich habe nie und wenn ich nie sage, dann meine ich nie, etwas auch nur ansatzweise relavantes via Facebook mit Freunden kommuniziert.Wenn es darum geht schnell eine Botschaft zu übermitteln, kommen für mich nur SMS oder eben WhatsApp in Frage.

Also was ist Facebook dann, wenn es nicht als Kommunikationsmedium angesehen werden kann?

Es ist vor allem ein Platz des Sehen und Gesehenwerdens. Ein Ort der Selbstdarstellung, an dem jeder sich so präsentieren kann, wie er gerne von anderen wahrgenommen werden möchte. Sei es durch "Duckface"-Bilder, pseudo-philosophische Posts, das Teilen irgendwelcher Videos und/oder SMS-Verläufe, oder durch das Angeben cooler Zitate im eigenen Profil.

Viel mehr ist Facebook in meinen Augen nicht.

Ich habe kürzlich versucht politische Themen bei Facebook öffentlich zu machen und zu diskutieren, doch die Resonanz war erschreckend nichtig. Da schreibt man weltpolitische Aussagen so, dass sie für jedermann sichtbar sind und zu denen jeder eigentlich eine Meinung haben sollte und das Höchste der Gefühle ist ein "Gefällt mir", oder ein verwirrter Kommentar. Was soll mir dieses "Gefällt mir" sagen? Wollen die User gerne etwas zu dem Post sagen, sind aber mitlerweile sogar zu faul um am PC einen Zweizeiler zu schreiben? Oder spekulieren sie darauf, dass sie durch den Klick auf den Daumen mit dem bereits Geposteten in Verbindung gebracht werden, um sich zu profilieren? ich weiß es nicht.

Ich habe schon häufig mit Menschen aus meinem Umfeld über die Sinnhaftigkeit, bzw. den Nutzen von Facebook gesprochen und aufgefallen ist mir, dass immer ähnliche Argumente für den Verbleib in der Community genannt wurden. Ein kleiner Abriss: "Da kann ich mit alten Schulfreunden Kontakt halten und mal hören, was die jetzt so machen!", "Alle coolen Partys werden nur noch auf Facebook erstellt, also weiß ich ja dann nicht mehr, wo was abgeht", oder "Ich hab so viel Zeug da reingesteckt, am Ende melde ich mich wieder an und dann muss ich das alles nochmal machen!".

Meiner Meinung nach sind Argumente wie die o.g. oberflächlich und nur von dem Gefühl getrieben, wie es sein könnte, ohne Facebook zu leben. Getrieben von der Angst etwas zu verpassen, nicht mehr "dabei" zu sein, eben ein Außenseiter zu werden.

Mal ehrlich: Wenn man einen alten Schulfreund gefunden hat, dann endet das Projekt "Kontakt aufbauen und halten" doch schon mit der Freundschaftsanfrage und ein bis zwei vollkommen belanglosen Chats.

Du willst eine Party schmeißen? Ohne Facebook? Ja! Ohne Facebook! Mach eine WhatsApp Gruppe auf, schreib deinen Gästen eine SMS, ruf sie an, verfass eine Mail, tweete etwas oder...für die ganz Verrückten...: Schreib doch mal wieder, ganz "oldschool" EINLADUNGEN PER HAND! ;-)

Zurück zum Thema Argumente gegen den Ausstieg aus dem Social Network:

Viel ehrlicher, doch genauso erschreckender finde ich die Aussage:"Ich kann mir nicht vorstellen Facebook zu verlassen."

Das hat mich selbst noch einmal zu intensiven Nachdenken verleitet. Wie kann eine Internetseite eine solche Macht auf Menschen ausüben? Und dann habe ich mich selbst ertappt, wie oft ich am Tag via Smartphone "einfach um mal zu gucken" auf das weiße "f" auf blauem Grund gedrückt habe.

Und da war die Entscheidung für mich gefallen. 

Da ich bekennender Raucher bin, kam mir der Gedanke, dass ich mich nicht von zwei Dingen kontrollieren lassen möchte. Die Zigarette ist mir Bürde genug.

Also habe ich heute einen spontanen, revolutionären Moment genutzt und mich ins Aus befördert. Als ich unsanft im Tal der Ahnungslosen angekommen war, habe ich natürlich flux meine Freunde benachrichtigt und ihnen versucht zu erklären, warum ich das getan habe.

Ich habe es so erklärt, wie ich es hier versucht habe zu erklären, ganz einfach aus dem Grund, dass ich mir von ganzem Herzen wünschen würde, dass der eine, oder auch die andere sich einmal Gedanken macht und vielleicht sogar zu dem Entschluss kommt sein Profil zumindest für eine gewisse Zeit zu deaktivieren (Ja, auch diese Möglichkeit bietet uns das Netzwerk ) und "Steinzeit"-Luft zu schnuppern.

Ich habe mich für den kalten Entzug entschieden und durch einen guten Freund die Idee bekommen, über die Feldstudie "Quit-Facebook" einen kleinen Blog zu schreiben. Vielleicht interessiert es jemanden, vielleicht auch nicht. Ich halte es jedoch für sehr wichtig einmal ernsthaft und wenn es nur fünf Minuten sind, über Facebook und seinen fraglichen Nutzen, nachzudenken.

Ich danke für die Geduld. Wenn du das ließt, bist du am Ende.

Fortsetzung folgt...

30.11.12 13:10
 


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